Wenn ich drinnen bin

Wenn ich drinnen bin, dünsten meine Gedanken aus gegen die Wände,

zirkeln zurück über den Boden,

setzen sich,

von Staub bedeckt,

zurück in meinen Kopf.

 

Wenn ich drinnen bin, spüre ich, wie vollgestopft die Luft ist

mit gepresstem Duftbrei,

gesättigt zur Unkenntlichkeit.

 

Wenn ich drinnen bin, dann kehrt die Starre in mich ein.

Ich werde Fachwerk.

Mörtel.

Ziegelstein.

Und werde schwer.

Und knarre,

wenn mich frische Luft berührt.

 

Wenn ich drinnen bin, dann sterbe ich

und werde anaerob zersetzt.

Bis nichts mehr übrig ist,

als ewig kreisender Gedankenstaub.

 

 

 

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Martin Brunner, 2017

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